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Mittwoch, 26.02.2020 01:02 Alter: 44 Days

Internationale Süddeutsche Meisterschaft Schwimmen 2020

17 Medaillen für Hessische Schwimmer


Die International Offenen Süddeutschen Schwimm-Meisterschaften für Menschen mit und ohne Handicap fanden am vergangenen Samstag in Darmstadt in der Traglufthalle über dem DSW-Freibad statt.

Insgesamt 142 Athleten traten in knapp 650 Einzelstarts und 14 Staffeln gegeneinander an. Diese Meisterschaft wird vom Hessischen Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband e.V. (HBRS) jetzt im fünften Jahr inklusiv veranstaltet.


„Bei unseren Süddeutschen im Behindertensport herrscht eine ganz besondere Atmosphäre“, meint Marie-Louise Ganz, Fachwartin Schwimmen im HBRS, „die hier gelebte Inklusion führt zu einem respektvollen Miteinander“.


Am Wochenende waren ebenso viele Schwimmer mit wie ohne Handicap am Start. Ein sehr leistungsstarkes Team, alle Schwimmer ohne Handicap, kam aus Aschaffenburg nach Darmstadt. Sie führten am Ende den Medaillenspiegel in der Offenen Wertung an und nahmen somit viele Titel mit nach Hause.
Um die Leistungen vergleichbar zu machen, werden die geschwommenen Zeiten über einen von der Startklasse abhängigen Schlüssel in Punkte umgerechnet. Dabei wird die Schwere des Handicaps gewichtet. Über die so ermittelten Punkte gelten faire Vergleichsmöglichkeiten für alle. Am Vortag der Meisterschaft fand eine Klassifikation statt, bei der die Athleten aufgrund von Tests an Land und im Wasser einer funktionalen Startklasse (S1-S10) zugeordnet wurden. Außerdem gibt es noch 3 Startklassen für Menschen mit einer Sehbehinderung (S11-S13) und eine für geistige Behinderung (S14).
Die Internationalität brachten das Team PluSport aus der Schweiz und eine Athletin aus Luxemburg nach Darmstadt. Die 41 deutschen Vereine reisten mit ihren Mannschaften von Hamburg bis Immenstadt ins zentrale Darmstadt an, um sich die Süddeutschen Meistertitel zu erkämpfen.
Die meisten Schwimmer stellten dieses Jahr die Bayrischen Verbände BVS/BLSV. DBS-Nationalkadermitglied Josia Topf vom SSG 81 Erlangen hat eine starke körperliche Einschränkung (Startklasse S3) und gewann bei allen vier Starts Gold und damit die Süddeutschen Meistertitel in der Offenen Wertung und in der Jugend A.
Sein DBS-Nationalmannschaftskollege Johannes Weinberg (Startklasse S11/blind) vom TV 1860 Immenstadt, in dem Inklusion beispielhaft gelebt wird, hatte alle Trainingskollegen mit und ohne Handicap mitgebracht. Johannes gewann zwei Offene Süddeutsche Meistertitel und zwei Vize-Meistertitel.
Aus den hessischen Verbänden HBRS/HSV hatten zehn Vereine ihre Athleten gemeldet. Auch in Hessen gibt es positive Beispiele der Inklusion, die sich auf immer mehr Vereine ausweitet. „Inklusives Training erhöht auch für Schwimmer mit Handicap die Chance auf Erfolg durch ein umfassendes und wohnortnahes Trainingsangebot“, erklärt Landestrainer Thomas Hoppe, „wir sind froh über jeden Verein, der diesen Weg mitgeht.“
Der erfolgreichste hessische Schwimmer war Jannik Wegmann (Startklasse AB) vom SV Gelnhausen, der zwei seiner eigenen Deutschen Rekorde (200 Meter Brust und Schmetterling) verbesserte und mit 3 Süddeutschen Meistertiteln (200 Meter Lagen, Brust und Schmetterling) und 2 Vize-Meistertiteln (400 Meter Freistil und 200 Meter Rücken) sowie mit einer Bronzemedaille über 50 Meter Rücken nach Hause fuhr.
Auf Platz vier im Medaillenspiegel der Offenen Wertung liegt sein HBRS-Kaderkollege Yannick Pelikan (AB), vom Ersten Offenbacher SC. Er gewann zwei Goldmedaillen und damit Süddeutsche Meistertitel über jeweils 100 Meter Schmetterling und Freistil und wurde zwei Mal Vize-Meister über 50 und 200 Meter Freistil.
Süddeutsche Vize-Meisterin über 50 Meter Brust wurde Katharina Ganz (SB14, geistige Behinderung), die beim Rüsselsheimer SC trainiert, im Behindertensport für den VSG Darmstadt startet. Sie gewann zudem Bronze in der Offenen Wertung über 200 Meter Brust.
Zwei dritte Plätze in der Offenen Wertung belegte Kim Snyder (AB) über 50 und 100 Meter Rücken trotz krankheitsbedingtem Trainingsrückstand. Kim und das neue HBRS-Talent Emily Schulz (S6) werden in Zukunft für den WSV Großkrotzenburg starten. Beide wurden gemeinsam mit Katharina Ganz und Marie Seidel (beide VSG Darmstadt) mit der HBRS Auswahlstaffel über 4x50m Lagen Vize-Meister hinter dem Team Buron Kaufbeuren.
Landestrainer Thomas Hoppe stellte gleich 4 Staffeln zusammen. Bei den männlichen Teilnehmern konnte sich die hessische Verbandsstaffel ebenfalls Silber- mit der 4x50 Meter Lagen-Staffel (Jannik Wegmann, Moritz Appel, Yannick Pelikan, Nikita Bliznyuk) und über 4x50 Meter Freistil (Yannick Pelikan, Silas Appenzeller, Nikita Bliznyuk, Frank Schmitt) Bronze-Medaillen bei der Siegerehrung abholen.
Für die hessischen Teilnehmer aus dem Behindertensportverband HBRS gab es in der Offenen Wertung insgesamt 5 Mal Gold, 7 Silber- sowie 5 Bronze-Medaillen.
Neben den Medaillen in der titelträchtigen Offenen Wertung gab es noch viele Auszeichnungen in den jeweiligen Altersklassen, womit noch einmal 20 Goldmedaillen, 10 Silber- und 18 Bronzemedaillen dazu kamen.
Durch Talenttage und das steigende Bekanntwerden der Schwimm-Wettkämpfe im Behindertensport kamen Nikita Bliznyuk (Jugend B) vom Frankenberger SV und der erst neunjährige Silas Appenzeller vom SV Poseidon Limburg  (beide Startklasse AB) zu ihrem ersten Wettkampf im Paralympischen Bereich und errangen Medaillen in ihren Altersklassen.
Im Masters-Bereich trugen Anja Völlmecke, Anke Badior, Frank Schmitt und Christian Günter (alle VSG Darmstadt) sowie Michael Lapp (BSG Groß-Gerau) maßgeblich zur Medaillenausbeute im Altersklassenbereich bei. Aber auch In der Wertung Jugend A gewann Mona Lindner (S14) drei Mal Bronze über alle Bruststrecken.
Alle Ergebnisse im Einzelnen zum Nachlesen unter www.abteilung-schwimmen.de
Zum ersten Mal gab es eine Länderwertung, in der die erbrachten Punkte aus zuvor festgelegten Strecken eingingen. Die Behinderten- und Rehabilitations-Sportverbände aus Bayern und Hessen hatten als einzige genügend Starter und der Landesverband aus Bayern gewann am Ende des Wettkampftages.

Bericht: Marie Louise Ganz