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Samstag, 20.07.2019 18:20 Alter: 29 Days

Hitze und hohe Ozonwerte - Ratschläge von Dr. med. Klaus Edel


Allgemeines zum Ozon

Ozon ist ein dreiatomiges Sauerstoffmolekül (Sauerstoff ist zweiatomig), welches in geringer Konzentration Bestandteil der Atemluft ist. Ozon ist für uns Menschen deswegen wichtig, weil es in der Stratosphäre in über 20 km Höhe als Schutzschild gegenüber kurzwelligen Sonnenstrahlen (UV-B, UV-C) dient. Bei seinem Zerfall wird ein aggressives Sauerstoff-Atom freigesetzt, das biologische Strukturen angreift. Das schädliche bodennahe Ozon entsteht fast ausschließlich dadurch, dass Vorläufersubstanzen, wie Stickoxide und Kohlenwasserstoffe, auf ultraviolette Strahlung treffen, was bei uns im Sommer der Fall sein kann. Fehlt oder reduziert sich diese Strahlung, wird es wieder abgebaut.

Für wen ist Ozon gefährlich - der Ozongrenzwert

Nur für diejenigen unter uns, die Ozon-Sensibel sind (10-20% unserer Bevölkerung), Allergiker mit Atembeschwerden, Menschen mit Asthma, chronischer Bronchitis und anderen chronischen Atemwegserkrankungen sowie für Menschen mit Herz-Kreislauferkrankungen. 

Bei den Betroffenen kommt es zu einer Reizung der Atemwege mit ausgeprägter Atemnot, die nicht erst dann auftritt, wenn die als kritisch geltende Grenzwert-Konzentration in der Luft erreicht ist. Diese liegt bei ca. 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Dann wird eine Ozon-Warnung herausgegeben.

Die meisten Bundesbürger spüren keinerlei Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens und können auch bei Ozonwarnung ihr Leben ganz normal weiterführen. Ozon wird somit erst bei körperlicher Anstrengung ein Problem, nicht bei körperlicher Ruhe. Durch Beschleunigung und Vertiefung der Atmung, die Erhöhung des Atemminutenvolumens und den vermehrten Sauerstoffverbrauch kann Ozon zur Gefahr werden. 

Ozon-Wirkung und Symptome

Das Ozon-Molekül gelangt auf die Atemwegs-Schleimhäute wo es zerfällt. Beim Zerfall wird ein aggressives Sauerstoff-Atom freigesetzt. Dieses reizt die Schleimhaut in den kleinsten Lungenabschnitten, den sog. Lungenbläschen. Dadurch wird die Sauerstoff-Aufnahmekapazität vermindert und es gelangt weniger Sauerstoff von der Lunge in die roten Blutkörperchen. Bei Asthmatikern und bei einem chronisch kranken Bronchialsystem kommt eine Verengung der Bronchien mit erhöhtem Atemwegswiderstand noch hinzu.

Husten, Atemnot und Brustenge sind typische Beschwerden bei erhöhter Ozonbelastung; sie sind aber nicht Ozonspezifisch. Augenbrennen, juckende Schleimhäute in Nase und Rachen, Schluckbeschwerden und Hautirritationen werden oft berichtet – hierfür ist aber nicht das Ozon verantwortlich, sondern andere gasförmige Schadstoffe, die allergisierend wirken können. Das Zusammenspiel mit dem Ozon wirkt verstärkend. Es gibt keine lineare Beziehung zwischen der Stärke der Symptomatik einerseits und der Höhe der Ozonkonzentration andererseits. Werte unter dem Grenzwert von 120 Mikrogramm können (zusammen mit den anderen in der Luft herumschwirrenden Allergenen) beispielsweise schon Atemnot und schwere Asthmaanfälle hervorrufen, da Ozon allergische Reaktionen des Körpers verstärkt. Langzeitschäden durch erhöhte Ozon-Werte scheint es nicht zu geben. Untersuchungen haben ergeben, dass die Beschwerden bei niedrigeren Ozon-Werten wieder komplett verschwinden.

Vorbeugung bei hohen Ozonwerten

Wer nicht zu den o. a. Risikogruppen gehört und auch nie Atembeschwerden trotz Ozonwarnung bemerkt hat, kann seinen Lebensstil fortsetzen wie bisher. Er kann Sport im Freien betreiben. Wer aber gegen Ozon empfindlich ist, sollte bei Werten höher als 120 Mikrogramm auf starke körperliche Betätigung im Freien verzichten (von ca. 10:00 - 19:00 Uhr). Gegen einen Spaziergang ist nichts einzuwenden. Urlaube und Fahrten ins Gebirge bleiben für Betroffene grundsätzlich möglich, auch wenn die hohe Ozonkonzentration in der Luft dort länger anhält als in Städten. Am besten orientiert man sich vor Ort und verzichtet bei zu hoher Ozonkonzentration auf Aktivitäten im Freien, wie man es auch zu Hause tun würde.

Bewegung bei hohen Ozonwerten

Da hohe Ozonwerte erst bei Bewegung ein Problem darstellen, sollte überlegt werden, ob und welche Konsequenzen sich z. B. für den Herzsport ergeben. Höhere Ozonkonzentrationen sind bei längeren Schönwetterperioden an Tagen intensiver Sonneneinstrahlung etwa in der Zeit zwischen 11:00 und 19:00 Uhr möglich. In dieser Zeit ist auch von einer höheren Lufttemperatur und ggf. Luftfeuchte auszugehen, so dass für diese Zeiten - gestützt auf Ausführungen des Bundesgesundheitsamtes - folgende Empfehlungen für die Durchführung von Sport gegeben werden:

Bei einer Ozonkonzentration bis zu 180 μg/m3 (Mikrogramm Ozon pro Kubikmeter Luft) sind selbst bei langfristiger Einwirkung keinerlei gesundheitliche Beeinträchtigungen zu erwarten. Gelegentliche Überschreitungen sind bedeutungslos. Bis zu 180 μg/m3 sind im Allgemeinen keine besonderen Verhaltensempfehlungen erforderlich, also auch keinerlei Einschränkungen des Sports vorzunehmen.

Bei einer Ozonkonzentration über 180 μg/m3 werden Verhaltensempfehlungen an die Bevölkerung herausgegeben. Ausdauersportarten sollten in die Vormittagsstunden vor 11:00 Uhr oder in die Abendstunden nach 19:00 Uhr verlegt werden. Da erhöhte Ozonkonzentrationen im Sommer in der Regel in den Stunden auftreten, in denen auch die höchsten Temperaturen herrschen, sollte schon wegen der temperaturbedingten Kreislaufbelastung die Sportausübung den äußeren Gegebenheiten entsprechend modifiziert werden. Da die Ozonkonzentration in Innenräumen deutlich geringer ist als im Freien, kann Sport in der Halle grundsätzlich uneingeschränkt stattfinden. Dies gilt für Sporthallen, die über eine Klimaanlage verfügen. Der Regelfall dürfte die Sporthalle ohne Klimaanlage sein - trotz geringerer Ozonbelastung ist die Halle oft unerträglich aufgeheizt. Es macht keinen Sinn, im Sommer den Herzsport ins Freie zu verlegen. Ich würde zu einer großzügigen Sommerpause raten.

Gesundheitliche Risiken bei Hitze

Bei Menschen mit Herz-Kreislauferkrankungen, hohem Blutdruck und höherem Alter kann es bei Hitze und körperlicher Anstrengung zu Kreislaufproblemen kommen. Die erste Regel ist sich nicht der prallen Sonne auszusetzen. Spaziergänge im Schatten sind problemlos möglich. Vorsicht ist geboten bei Alkoholgenuss, da die Blutgefäße sich weiter stellen und nicht mehr bedarfsgerecht verengen können. Die Kreislaufregulation ist aber auch gestört weil zentrale Gehirnzentren gehemmt werden, die den Blutdruck und das Gleichgewichtsgefühl beeinflussen. Bei Einnahme von blutdrucksenkenden Medikamenten sollte der Blutdruck öfter kontrolliert werden, da es durch die Hitze zu einer Weitstellung der Arterien kommen kann. Bei extremer Hitze können Medikamente in ihrer Wirkung verstärkt werden, so dass es beispielsweise zu einer starken Absenkung des Blutdrucks kommt. Bestehen Symptome wie Schwindel oder Benommenheit nach der Tabletteneinnahme sollten Blutdruck und Puls umgehend gemessen und ein Arzt konsultiert werden. Ist der Blutdruck an heißen Tagen immer niedriger als sonst sollte es einen Plan ihres Hausarztes geben, welches Blutdruckmedikament pausiert werden kann.

Wie reagiert der Körper auf Hitze?

Der Körper versucht, über das Schwitzen den Wärmehaushalt zu regulieren und über die Haut die überschüssige Wärme „abzudampfen“. Ist dies nicht in ausreichender Weise möglich, tritt eine Wärmestauung im Körper auf. Besonders bei feucht-warmer Witterung oder erhöhter Luftfeuchtigkeit kann die Wärmeregulierung gestört sein. Zu enge, zu warme und zu wenig luftdurchlässige Kleidung verschlimmern den Wärmestau.

Kreislaufprobleme, Konzentrationsstörungen, Leistungsminderung, Müdigkeit, Schwindel und Kopfschmerzen treten auf, wenn nicht genügend getrunken wird und durch starkes Schwitzen Flüssigkeit und Mineralstoffe verloren gehen.

Allgemeine Tipps zur Bewältigung der Hitze

Direkte Sonnenbestrahlung ist unbedingt zu vermeiden. Vorsicht ist bei Freizeitaktivitäten geboten: Der Liegeplatz im Schwimmbad, die Gartenarbeit in praller Sonne, die E-Bike-Tour über unbewaldete Straßen oder der Einkauf über einen großen Parkplatz hinweg in der Mittagszeit können gefährlich und folgenschwer sein. 

Sie sollten sich bevorzugt ein schattiges Plätzen suchen oder in kühlen Räumen aufhalten. Beine hoch legen, die Beine in kreisenden Bewegungen von unten nach oben und vom Innenknöchel zum Außenknöchel kühl abduschen, kühlende Armbäder oder kneipp`sche Güsse. Vielfach hilft auch der feuchte Lappen auf Stirn oder Kopf.

Es sollte luftige und genügend weite Kleidung mit möglichst geringem Kunstfaseranteil getragen werden. Heller Stoff fördert die Wärmeabstrahlung und die Schweißverdunstung. Menschen mit Krampfadern sollten gerade an heißen Tagen ihre Strümpfe tragen, damit das Blut nicht „in den Beinen versackt“ und dies zu zusätzlichen Kreislaufproblemen führt.

Damit der Körper genug Flüssigkeit zum Schwitzen hat sollte möglichst viel getrunken werden.

Mineralwasser, kühler Tee, wenig gesüßte Obstsäfte, eventuell zur Schorle verdünnt, bieten sich an. Alkohol ist weniger geeignet, weil er, wie bereits erwähnt, u.a. die Kreislaufregulation bei Hitze erschwert. Die tägliche Trinkmenge in der Sommerhitze muss höher liegen als an normalen Tagen. Wenn Sie mehr als 4 Liter am Tag trinken, sollte die Kochsalzaufnahme erhöht werden. Dies kann entweder durch stärker gesalzene Speisen wie Salzheringe, Käse oder gesalzene Suppe erfolgen, oder indem den Getränken einfach etwas Kochsalz zugegeben wird (Richtwert: ½ Teelöffel Kochsalz pro Liter Wasser, d.h. z.B. pro Glas Limonade oder Tee eine Prise Salz; dies schmeckt man nicht, beugt aber einem Kreislaufversagen durch Blutdruckabfall vor). Beim Essen ist leichte, gut verdauliche Kost zu bevorzugen. Milchspeisen, Kaltschalen, Obst und Salate bieten sich an. Anstrengende körperliche Tätigkeiten sind nach Möglichkeit in Grenzen zu halten oder auf Tageszeiten mit niedrigeren Außentemperaturen (z.B. die frühen Morgenstunden oder der spätere Abend) zu verlegen. Wer regelmäßig aktiv ist braucht auf sein Bewegungsprogramm nicht zu verzichten, sollte aber die Uhrzeit überdenken und bei extremer Hitze kürzer trainieren.

Fazit:

Kleidung und Tagesablauf anpassen

Genug trinken, besonders bei Einnahme von Wassertabletten

Bewegungsprogramm in kühle Morgenstunden oder den Abend verlegen

Blutdruck im Blick behalten

Für Abkühlung sorgen

Kommen Sie gut und entspannt durch den Sommer ….

Dr. med. Klaus Edel

Vorsitzender der Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-/Kreislauferkrankungen e.V.

und Landessportarzt Präventions- und Rehabilitationssport in Hessen

Leitender Landessportarzt Deutscher Behindertensportverband e.V. – National Paralympic Committee Germany