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Montag, 01.07.2019 01:24 Alter: 106 Days

SSG-Quintett mit Nationalteam in den USA


Wenn vom 28. Juni bis 10. Juli die IBSA International Qualifiers stattfinden, werden für die deutschen Goalball-Damen gleich fünf Spielerinnen der SSG Blista Marburg an den Start gehen. Bei diesem Turnier werden zwei Tickets für die Paralympics in Tokyo 2020 ausgespielt – die beiden Finalisten in der Damen- sowie Herrenkonkurrenz sichern sich ihren Startplatz in Japan. Da die deutschen Herren bereits qualifiziert sind, werden sie nicht in den USA am Start sein. 

 

Gespielt wird zunächst in einer Vorrunde. Insgesamt werden 13 Damenteams teilnehmen, eine Gruppe mit sechs Teams, die andere Gruppe mit sieben. Dabei qualifizieren sich die ersten vier einer jeden Gruppe für das Viertelfinale, welches dann über Kreuz ausgespielt wird. 

 

Charlotte Hartz, Pia Knaute, Annkathrin Denker, Stefanie Behrens und Natascha Bretzke, die in der Liga alle das SSG-Trikot tragen, werden dabei den deutschen Kader stellen. Trainer Thomas Prokein erwartet eine schwere Gruppenphase: „Neben dem Gastgeber USA gehören China und Israel zu den Favoriten. Die letzteren haben wir beide in der Gruppe.“ 

 

„Wir möchten uns als Team gut präsentieren. In der finalen Wertung möchten wir gerne einen Platz im oberen Mittelfeld. Sollten wir aber die ein oder andere Überraschung landen, nehmen wir diese natürlich gerne mit“, so Prokein weiter, der bereits seit 20 Jahren an der Seitenlinie bei den Damen steht. 

 

Neben dem Silbermedaillengewinner von den Paralympics in Rio 2016 China und dem EM-Dritten von 2017 Israel treffen die Goalballerinnen in der Gruppe zunächst ebenfalls auf Südkorea, Spanien, Großbritannien und Australien. 

 

Vor der Abreise am 28. Juni sprach die SSG ausführlicher mit Pia Knaute.

 

SSG: Pia, du hast bislang drei Europameisterschaften gespielt, nun geht es zum erstmal Mal zu einem Turnier mit Teams von der ganzen Welt, ist die Vorfreude groß?
Pia Knaute: „Ja, ich freue mich sehr auf Fort Wayne und besonders darauf auf Gegnerinnen zu treffen, die von anderen Kontinenten als Europa kommen. Mich macht das „heiß“ auf die Spiele, da man mit jedem neuen Gegner dazu lernen kann. Die Motivation bei mir persönlich ist hoch.“
SSG: Worauf legt ihr als Team in Fort Wayne den Fokus?
Pia: „Wir möchten uns auf jeden neuen Gegner gut einstellen. Wir müssen in jedem Spiel von Beginn an konzentriert und konsequent agieren. Unsere gute Stimmung im Team wollen wir dabei nutzen, um unsere eigenen Stärken aufs Parkett zu bringen.“ 

 

SSG: Du sprichst die Atmosphäre im Team an, wie ist die im Hinblick auf die USA?
Pia: „Dass wir gerne und viel gemeinsam lachen, wissen alle, die uns kennen. Der Spaß kommt Abseits des Feldes bei uns nicht zu kurz, was für uns auch wichtig ist, wenn wir o lange gemeinsam unterwegs sind. Beim letzten Lehrgang war die Stimmung gut und voller Vorfreude.“

 

SSG: Das Team ist für dich immer das wichtigste, doch hast du auch persönliche Ziele?


Pia: „Ich möchte zeigen, dass ich in den zurückliegenden Monaten an meinen Schächen gearbeitet habe, dass mein Offensivspiel variabler geworden ist und ich inzwischen auch stabiler in der Abwehr agiere. Eine gute Kommunikation ist dabei aber die grundlage des Erfolgs. Jedoch ist es am Ende so, dass wir nur als Team bestehen können und der Teamerfolg im Mittelpunkt steht!“

SSG: Das Turnier in den USA steht final unter dem Charakter, dass dort zwei Startplätze für Tokyo ausgespielt werden. Wie steht es um den Glauben in der Mannschaft, es den Männer gleich zu tun und sich zu qualifizieren? 

Pia: „Die Frage ist mir offen gesagt etwas unangenehm. Wir hatten keine optimale Vorbereitung, da wir immer wieder mit krankheits- oder verletzungsbedingten Ausfällen zu kämpfen hatten. Natürlich wäre eine Qualifikation der absolute Hammer und nach Fort Wayne haben wir bei der Heim-EM in Rostock auch noch die Chance auf einen Startplatz und die beiden stärksten Teams aus Europa, Türkei und Russland, sind schon qualifiziert. Nach einer Regenerationspause werden wir alle wieder Vollgas geben um dann in Rostock diesen Platz angreifen zu können und sagen zu können: wir haben alles gegeben.“

 

Die Spiele für die deutschen Damen starten am 02. Juli mit der Partie gegen Südkorea. 

 

 

Bild:


Von links: Thomas Prokein (Trainer), Ines Prokein (Co-Trainerin), Annkathin Denker, Stefanie Behrens, Natascha Bretzke, Pia Knaute, Charlotte Hartz, Hans Göbel (Physiotherapeut)
Copyright: Thomas Prokein