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Freitag, 10.08.2018 02:16 Alter: 123 Days

Hessische Erfolgsgeschichten: Der Spielerfunktionär Michael Feistle


In der Serie „Hessische Erfolgsgeschichten“ portraitiert die Stiftung Sporthilfe Hessen erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler unseres Landes. 

Die Gründe, warum sich manche Menschen zu Hochleistungssportlern entwickeln und andere nicht, mögen vielfältig sein, haben aber zweifellos etwas mit dem Charakter zu tun. Bei Michael Feistle (SSG Blista Marburg), der innerhalb von acht Monaten Vizewelt- und Vizeeuropameister im Goalball wurde, zeigt sich im Gespräch sehr bald, welche Eigenschaft bei ihm eine Rolle gespielt haben dürfte: Der angehende Industriekaufmann ist hart im Nehmen. So hat er trotz einer angeborenen Sehbehinderung mit nur fünf Prozent Restsehvermögen als Jugendlicher „ganz normal“ Fußball gespielt. „Da hab‘ ich schon ab und zumal einen Ball ins Gesicht gekriegt“, erinnert er sich und erklärt anschließend, warum er später, als er in Marburg das einzige Sehbehinderten-Gymnasium Deutschlands besuchte, nicht auch zum Blindenfußball (Five-a-side) gewechselt ist: „Die Sprints, die Eckballsituationen, das Grätschen – das habe ich alles vermisst.“ So wurde Goalball der Teamsport seiner Wahl, und wenn man ihn fragt, was genau dort seine Stärken sind, zieht er doch wieder Parallelen zum Fußball. „Mit meinem Gehör und meiner Erfahrung kann ich ein Spiel sehr gut lesen.“ Die Annahme, er wäre, nicht zuletzt auch wegen seiner Präsenz in den sozialen Medien, der Kapitän des deutschen Nationalteams, rückt der 25-jährige gebürtige Rheinländer gerade. „Diese Position gibt es bei uns gar nicht. Ich bin mehr der Lenker im Spiel.“ Also einer wie Toni Kroos? Der Vergleich gefällt Michael Feistle.

Erste WM-Medaille seit 28 Jahren 

Nach den Erfolgen bei der EM 2017 in Finnland und der WM im Juni im schwedischen Malmö sind die deutschen Goalballer nun frühzeitig für die Paralympics in Tokio qualifiziert. Für Michael Feistle ist das ein neues Gefühl, denn bei den Spielen von Rio 2016 wurde das Ticket ganz zum Schluss erst gelöst. Erst danach ging der Erfolgsknoten auf – bisherige Krönung ist das erste WM-Edelmetall seit 28 Jahren. Das Rezept dahinter hat mit einem guten Teamgefüge zu tun. Feistle: „Bei uns stimmt die Chemie, wir können zusammen Lachen und haben auch unseren Spielstil gefunden.“Einen großen Anteil an den jüngsten Höhenflügen habe insofern auch das Trainerduo Johannes Günther/Stefan Weil, das immer wieder neue Ideen einbringe.

Michael Feistle, der die Unterstützung durch die Stiftung Sporthilfe Hessen auch deshalb „extrem“ zu schätzen weiß, weil Athletinnen und Athleten mit Handicap in der finanziellen Förderung wie auch hinsichtlich der Berichterstattung gleichgestellt sind, ist schon dabei, sich mental auf Tokio zu fokussieren. Zwischenstation ist die Heim-EM 2019 in Rostock, wo er an seinem 27. Geburtstag, dem 13.Oktober, gern im Finale stehen will. Bis dahin wird ihn die Goalball-Bundesliga in Atem halten; gerade hat er mit der SSG Blista Marburg seinen vierten DM-Titel gewonnen. Doch der 90 Mitglieder starke Verein beschäftigt ihn noch aus einem anderen Grund: Er ist der dessen Vorsitzender, und das schon seit 2015. Mit nur 25 Jahren mag diese flankierende Funktionärslaufbahn ein wenig überraschen, doch Feistle hat nun mal eine sportpolitische Ader. Er kann sich in Zukunft auch gut vorstellen, sich noch stärker in diese Richtung zu entwickeln. Zuvor möchte er allerdings eine paralympische Medaille gewinnen.

 

Quelle: Stiftung Sporthilfe Hessen